Aktuelles 2022



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WAZ 16.02.2022

Unfall: Güterzug rammt Lkw an Bahnübergang in Duisburg

Foto: Polizei Duisburg / dpa

DUISBURG. Ein Güterzug ist in Duisburg mit einem Lastwagen kollidiert. Der Lkw-Fahrer hatte auf den Gleisen gestanden, als sich die Schranken schlossen.
Ein Güterzug hat am Bahnübergang Wanheimer Straße in Duisburg einen Lastwagen gerammt und diesen einige Meter mitgeschleift. Wie die Polizei berichtete, hatte der Lkw-Fahrer wegen eines Rückstaus am Dienstagmorgen (15.2.) gegen 7 Uhr auf den Gleisen gehalten, dann schlossen sich die Schranken. Der Zugführer konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen.
Der Lkw musste mit einem Kran geborgen werden, wie eine Polizeisprecherin schilderte. Auch der Verkehr auf den Straßen rund um den Bahnübergang war mehrere Stunden lang beeinträchtigt. Es sei Diesel ausgelaufen, berichtete die Polizei. Noch am Nachmittag wurden Straßenabschnitte gereinigt und teilweise verunreinigte Erde ausgehoben. Verletzt wurde bei dem Unfall niemand. (dpa)
 

WAZ / NRZ 10.02.2022

Wie Bäche wieder fließen könnten Rahmer Bach und Alter Angerbach trocknen immer öfter aus. Wie sie wieder Wasser führen können, zeigt eine Machbarkeitsstudie im Auftrag der Wirtschaftsbetriebe

Der Rahmer Bach ist oft ausgetrocknet. 

Foto: Jan Klinkhammer

von: Monique de Cleur

Die gute Nachricht lautet: Rahmer Bach und Alter Angerbach können wieder fließen, jedenfalls an den allermeisten Tagen im Jahr. Die Schlechte: Der Weg dahin wird sicher nicht einfach. Beides sind Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie , die die Wirtschaftsbetriebe für die beiden Bäche im Duisburger Süden in Auftrag gegeben haben. Jetzt liegen ihre Ergebnisse vor.

 

Alter Angerbach

Vier Lösungsvarianten hat die Analyse der Spezialisten des Aachener Ingenieurbüros Nacken ergeben. Drei davon allerdings scheiden aus: Sie würden zwar mehr Wasser durch den Alten Angerbach fließen lassen, hätten dafür aber an anderer Stelle Nachteile. Am erfolgversprechendsten erscheint den Ingenieuren die Variante, mehr Wasser aus der Anger in den Alten Angerbach zu leiten.

Nur noch 30 Tage ohne Wasser pro Jahr – das ist die Perspektive dieser Lösungsvariante. Heute fällt der Alte Angerbach an 165 Tagen im Jahr trocken, also fast ein halbes Jahr. Weitere Vorteile dieser Variante: Die Grundwasserneubildung könnte erhöht werden, das Hochwasserrisiko würde nicht steigen, und das Ganze wäre voraussichtlich sogar genehmigungsfähig.

Den Aufwand schätzen die Fachleute als „äußerst gering bis mäßig“ ein. Auch die Kosten laufen nicht aus dem Ruder: 75.000 Euro dürften die Baukosten betragen, laufend kämen Kosten für Strom, Betrieb und Unterhaltung hinzu.

Schlechter schneiden dem gegenüber die anderen Varianten ab:

Eine Sohlabdichtung des Alten Angerbachs würde zwar ebenfalls dazu führen, dass der Bach an deutlich mehr Tagen Wasser führt; keines nämlich nur noch an 50 Tagen pro Jahr. Allerdings würde bei Hochwasser auch mehr Wasser über die Ufer treten – wie viel, ließe sich nicht steuern. Überdies verstößt das Vorhaben gegen das sogenannte Verschlechterungsverbot , weil eine gegen Versickerung abgedichtete Sohle eben kein natürlicher Zustand eines Baches ist. Eine Genehmigung wäre demnach unwahrscheinlich. Hinzu kommen hohe Baukosten von 379.000 Euro.

Die Einleitung von Grundwasser in den Alten Angerbach klingt verschwenderischer, als sie wäre: Über die Versickerung würde das entnommene Wasser wieder zurückfließen. Negative Auswirkungen gäbe es kaum, allerdings auch weniger positive als durch die Einleitung von Wasser aus der Anger: Der Trockenfall des Alten Angerbachs würde sich auf 50 Tage im Jahr reduzieren. Der Preis: 24.600 Euro für die Ersteinrichtung, plus Kosten für Strom und Wasserentnahme in Höhe von knapp 6000 Euro im Jahr. Nach etwa acht Jahren wäre diese Variante also ebenso teuer wie die Einleitung von Wasser aus der Anger, allerdings mit einem weniger starken Effekt.

Untersucht wurde außerdem ein Rückbau des Schwanenteichs. Hier ergäbe sich allerdings kein Vorteil; der Alte Angerbach würde genauso oft kein Wasser führen wie heute. Dafür knapp 600.000 Euro auszugeben, erscheint wenig sinnvoll.

Rahmer Bach

Gleich neun Möglichkeiten, den Rahmer Bach wieder zum Fließen zu bringen , haben sich die Ingenieure überlegt. Nur eine davon erscheint in der Einschätzung der Fachleute realistisch: Die Einleitung von Grundwasser . Auf diese Weise könnte der wasserführende Abschnitt des Rahmer Bachs um einen Kilometer verlängert werden.

Den Rahmern ist ihr Bach lieb, den Wirtschaftsbetrieben wäre er hierbei auf Dauer teuer: Zu den Baukosten von 8000 Euro netto kämen jährlich 1900 Euro Stromkosten plus 14.000 Euro Wasserentnahmeentgelt. Ob das Vorhaben genehmigt werden kann, hängt vom Standort des Brunnens ab: Je nach Ort könnte dieser Auswirkungen auf nahe gelegene Naturschutzgebiete haben.

Wenig aussichtsreich erscheinen dagegen die übrigen acht Varianten, deren Kosten von 33.500 Euro bis 474.000 Euro reichen:

Eine Sohlabdichtung des Rahmer Bachs und eine Ableitung aus der Anger samt Sohlabdichtung würden die Hochwassergefahr erhöhen; ohne die Sohlabdichtung würde in Angermund das Grundwasser steigen – mit entsprechender Auswirkung auf die dortige Bebauung.

Eine Ableitung aus den Rahmer Benden würde das Düsseldorfer Naturschutzgebiet und Niedermoor entwässern.

eine Umlegung des Hinkesforstgrabens mit Anschluss an den kleinen Siefen oder an den Dickelsbach würde gleich mehrere Schutzgebiete beeinträchtigen, für die Baustelle müssten zahlreiche Bäume gefällt werden.

eine Einleitung des Regenwassers aus dem Neubaugebiet Rahmerbuschfeld wäre zwar möglich, würde den Rahmer Bach aber nur an wenigen Tagen im Jahr wieder fließen lassen.

eine Ableitung aus dem Dickelsbach könnte 1,4 Kilometer des Rahmer Bachs wieder häufiger fließen lassen.

Mit diesen Ergebnissen wollen die Wirtschaftsbetriebe (WBD) nun das Gespräch mit den bei Umsetzung betroffenen Anrainern suchen: Düsseldorf, Ratingen und der Rheinisch-Bergische Wasserverband. „Ohne Dritte wird’s nicht gehen“, sagt WBD-Vorstand Uwe Linsen; für eine Umsetzung ist die Stadttochter auf Genehmigungen angewiesen, die nicht aus Duisburg kommen. Jetzt geht es um die Frage: „Was kann man sich alles vorstellen – und was ist realistisch?“

Stadtteilprägend

Letztlich könnte es auf eine Abwägung zwischen Klimakatastrophe und Heimatliebe hinauslaufen. Einerseits, das ist auch Linsen bewusst, „prägt der Rahmer Bach einen ganzen Stadtteil“.

Andererseits ist das Grundwasser, das ihn wieder zum Fließen bringen könnte, ein kostbares Gut. Grundwasser zu nutzen, sagt Linsen daher, „halte ich aus ökologischen Gründen für hochgradig bedenklich. Es ist Klimawandel. An anderen Stellen geben wir Hunderttausende aus, um Wasser versickern zu lassen.“