Heimat- und Bürgerverein Wanheim-Angerhausen e.V.


                                     Die Anger

Historie des Alten Angerbaches

Die Anger ist jenes Flüsschen, das in der Nähe Angerbach zwischen Heiligenhaus und Ratingenvon Wülfrath entspringt, Ratingen passiert und am Kesselberg, dort wo sich heute die B 8 und die B 288 kreuzen, Duisburger Gebiet erreicht. Auf ihrem 31,55 km langen Weg zum Rhein verliert sie ca. 150 m an Höhe.
Bereits im 12. Jahrhundert galt der Angerbach als Grenzfluss zwischen den Gebieten des Grafen von Berg und der Grafschaft Kleve und heute zwischen Huckingen und Angerhausen. Früher umfasste sie Alt- Huckingen auf drei Seiten, noch im 19. Jahrhundert verkehrte eine Fähre nach Wanheim. Am Tollhausberg saßen zwischen den Jahren 1074 und 1204 die Reichszolleinnehmer an der Flussmündung in den Rhein
Eigentlich ist der Name ( Angera heißt Wiesenbach ) völlig richtig gewählt, hätte die Anger nicht die unangenehme Eigenschaft gehabt, gerade in ihrem sich dermaßen von Ost nach Nord „ biegenden „ Unterlauf rund um die bereits im Jahre 1374 entstandene turmhügelartige Fluchtburg und spätere Jesuitenniederlassung „ Biegerhof“ zu Hochwasserzeiten rundherum alles zu überschwemmen. Der „Biegerhof“ stammt aus der fränkischen Zeit. Lehnsherren waren die Grafen und Herzöge von Berg. Unter Napoleon wurde der Hof 1807 der Familie Bieger, den langjährigen Pächtern übertragen.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts trug auch noch die Industrie, das ihre zur Verschmutzung des Flüsschens bei.

1927, nachdem die Anger sich in den Vorjahren wieder mehrfach aus ihrem Bett getraut hatte, waren es die Stadtväter leid. Die Anger wurde auf Duisburger Gebiet neu verlegt und treibt seither ihre Fluten durch ein kanalisiertes Bachbett von der Sandmühle bis zur Huckinger Kläranlage und schließlich zwischen der ehemaligen Berzelius Hütte und dem Hüttenwerk Krupp- Mannesmann bei Stromkilometer 771 in den Rhein. Seit jener Zeit fristete die Alte Anger ein eher trostloses Dasein.

In den 1960er Jahren wurde die landwirtschaftliche Fläche rund um den Biegerhof im Angerbogen von der Stadt Duisburg erworben und zu einem Park für die Bürger umgewandelt.

Anfang der 1990er Jahre wurde der Alte Angerbach durch den Biegerpark renaturiert, wieder mit Wasser ab der Sandmühle versorgt und so wieder zu neuen Leben erweckt.

Der Alte Angerbach endet in einem neu geschaffenen Teich in der Parkanlage zwischen Angerhauser- und Kaiserswerther Straße. Das dort ankommende Wasser wird in der Kläranlage über den Deich in die Neue Anger gefördert.

Auszüge aus einem Bericht der BDB- Niederrhein- Nachrichten 1/ 93 von Abdou E. Abdou.

Erläuterungen im Band 2 unserer Chronik „Wanheim- Angerhausen Heimat zwischen Anger und Rhein“.

Theo Küpper Januar 2007

Heimat und Bürgerverein
Wanheim- Angerhausen e. V.


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